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von Jan L. Dahmen
Efferen. Samstag Mittag. Draußen ist es usselich und kalt.
Aber in der Guten Stube bei Gertrud Schürheck in Efferen ist
es gemütlich und warm. Der Kaffee duftet und ein Gläschen
Sekt sorgt für die richtige Stimmung als sich ein paar aktive
Mitglieder des Karnevalsvereins Wilde Horde Efferen
zusammengefunden haben, um letzte Hand an das diesjährige
Kostüm zu legen.
Es soll etwas ganz Besonderes werden, denn es gibt etwas zu feiern:
Genau vor 33 Jahren gründeten eine Hand voll junger Paare und
einige Freunde den "Stammtisch Karnevals Freunde", der
später in "Karnevalsfreunde Jecke Ecke" umbenannt
wurde. Pate stand dabei die Kneipe, in der die Jecken sich
getroffen und gemeinsam gefeiert hatten. "Wir waren schon
ziemlich wild damals", berichtet Karin Blömer, die von
Anfang an dabei war. "Und hin und wieder ging es schon mal
über Tische und Bänke!"
Die Zahl der Mitglieder wuchs schnell an - kein Wunder bei dieser
Stimmung. Und als der Platz in der kleinen Kneipe zu knapp wurde,
zogen die Karnevalisten in die Burgschänke um. "Da passte
der Name dann nicht mehr. Und so haben wir uns schließlich in
"Wilde Horde" umbenannt. Inzwischen ist der Verein ein
fester Bestandteil im Efferener Fastellovend geworden - jeck, e
klein bissche verdötsch und sehr familiär. Zu den ganz
festen Programmpunkten der Wilden Horde gehört die Teilnahme
am Efferener Karnevalszug. "Früher sind wir auch noch in
Stotzheim, Gleuel und Kendenich mitgegangen", berichtet der zweite
Vorsitzende, Jürgen Brauer. "Und bis vor ein paar Jahren waren
wir auch beim Kinderzug mit dabei!"
Das Motto wechselte natürlich von Session zu Session.
Besonders gut in Erinnerung geblieben sind beispielsweise die
Lappenclowns. "Das war eine heiden Arbeit, all die kleinen
Stofffetzen aufzunähen!" Das war im Jahr 1983, zum
Fünfjährigen, und damals gingen 65 Leute mit. Zum
Zehnjährigen Jubiläum gönnten sich die Jecken
erstmals einen eigenen Festwagen. Motto damals: Die Scheichs. Und
dann war da noch der `Inder´ - "Eigentlich ganz einfach", sagt
Karin Blömer. "Satinschlafanzüge, mit Nadel und Faden
hier und da ein wenig geändert; dazu schwarze Perücken
und Turban". Oder die Geld- und Obstsäcke, und natürlich
"der Knaller": Als Hexen verkleidet zogen im Jahr 2000
Männlein wie Weiblein mit Hüten, Besen und langen
Hakennasen durch den Ort.
Natürlich ist die Wilde Horde auch außerhalb der Session
aktiv - und immer jeck. Regelmäßige Treffen finden einmal
im Monat statt. Im Sommer geht´s auf Vereinstour und zum
Grillabend trifft man sich hin und wieder im Garten eines der
Mitglieder. Inzwischen mischen die Kinder der
Gründungsmitglieder schon kräftig mit. So richtig doll
ist es mit dem Nachwuchs dennoch nicht: "Die Enkel haben damit nix
am Hut!" Aber wer Lust hat, bei der Wilden Horde mitzumischen, darf
sich gerne beim Präsidenten Marcus Hansen melden.
Jetzt freuen sich alle auf die "heiße Phase" des
Straßenkarnevals. Ab Weiberfastnacht wird gefeiert. Samstag
ist Wagenschmücken angesagt, denn zum Jubiläum
gönnen sich die Jecken einen Festwagen und am Rosenmontag
steht - traditionell - der Empfang des Dreigestirns auf dem
Programm. Ab 19.00 Uhr in der Burgschänke.
Mehr Bilder finden Sie in unserem Bilderalbum
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