Den Schatz nicht ungenutzt lassen

Caritas stellt eine neue Kampagne vor

Als "Experte fürs Leben" berichtete der 84-jährige Heinz Kawczynski über seine Erfahrungen als Mitglied des Bewohnerbeirates eines Caritas-Seniorenwohnheims in Elsdorf.

Rhein-Erft-Kreis. Mit einer bundesweiten Kampagne unter dem Motto "Experten fürs Leben" macht die Caritas auf die Situation alter Menschen in der Gesellschaft aufmerksam.

Der Caritas Verband für den Rhein-Erft-Kreis und der Diözesan Caritasverband für das Erzbistum Köln stellten die Kampagne in der vergangenen Woche in Hürth vor. "Fakt ist, dass ältere Menschen Experten für vielfältige Lebenssituationen sind", fasste Frank Hensel, Diözesan Caritasdiraktor, zusammen. "Ihre Wissensvielfalt und ihr Erfahrungsreichtum sind ein Schatz für die Gemeinschaft.
Ziel ist es, diesen "Schatz" nicht länger ungenutzt schlummern zu lassen. "Geben wir den älteren Menschen die Chance, ihre Erfahrungen einzubringen und Teil unseres Lebens zu sein", heißt es in der Kampagne. Auf Plakatmotiven, Postkarten sowie mit Kino- und Hörfunkspots werden "Experten" vorgestellt. Da ist die freundliche ältere Dame, die als "Expertin für Sonntagsbraten" im Gegenzug Zuhörer sucht. Oder der Senior, der einen "Rollstuhlschieber" sucht und sich dafür als "Experte für Lebensfreude" anbietet. "Wir wollen eg kommen vom Bild des schwachen, leidenden, defizitären alten Menschen", so Hensel.
Was die praktische Umsetzung der Kampagnenziele angeht, blieben die Caritas-Verantwortlichen bei der Präsentation jedoch eher vage. Man wolle den Austausch der Generationen besser organisieren, Seniorenbegegnungszentren ausbauen oder neue, innovative Wohnprojekte schaffen, hieß es. Heinz Kawczynski berichtete von seinen eigenen Erfahrungen. Der 84-Jährige ist Vorsitzender des Bewohnerbeirates eines Caritas Seniorenheims in Elsdorf. "Wir haben unser Heim für Besucher aus dem Ort geöffnet" berichtete er. Es gebe ein regelmäßiges Café und auch die Kinder aus dem örtlichen Kindergarten schauten regelmäßig vorbei. "Der Kontakt zwischen Alt und Jung ist faszinierend", so Kawczynski.
Als gelungenes Beispiel kann der Besuchsdienst "Die Hürther" gelten, den Caritas und Stadt Hürth organisieren. Geschulte Frauen und Männer besuchen ältere Menschen auf Wunsch zu hause, nehmen sich Zeit zum Klönen oder begleiten sie bei Spaziergängen oder Erledigungen. Dort sind übrigens wieder Plätze frei. Anmeldungen nimmt Isolde Bender
( 02233 - 7990828) entgegen.

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