Vielseitiges Bühnentalent

20-jähriger Kerpener Dominik Hees spielt Hauptrolle in Buddy Holly Musical

Im Duett mit Joe Mauldin als Caron Pomp (li.) singt Dominik Hees als Buddy Holly "Oh Boy". Foto: Privat

Von Anne Reichel

Kerpen. Als die texanische Rock'n'Roll-Legende Buddy Holly 1958 mit seiner Band The Crickets auf Englandtournee ging, saßen im Publikum zwei Teenager namens John Lennon und Paul McCartney. Später bezeichneten die beiden Holly als ihren ersten Einfluss. So entstand der Name The Beatles (die Käfer) als Huldigung an Hollys Band (cricket: Grille).
Seit Oktober 2009 spielt der Musical-Welterfolg "Buddy" von Autor und Produzent Alan Janes im Colosseum Theater in Essen. Weltweit begeisterte er mehr als 20 Millionen Zuschauer. Und in der deutschen Adaption von Ruth Deny glänzt derzeit ein Kerpener in der Hauptrolle: der 20-jährige Dominik Hees. Bereits während seiner Schulzeit am Kerpener Europagymnasium sammelte er erste Bühnenerfahrungen bei Musical- und Theaterinszenierungen.
Als Mortimer in Schillers "Maria Stuart", als Orestes in Aichylos "Orestie", als Brad in der "Rocky Horror Show" und als Danny in "Grease" machte der sympathische Entertainer sämtliche Schüler, Lehrer und Eltern auf sich aufmerksam. Hees selbst stellt aus heutiger Sicht seine ersten Schritte auf der Schultheaterbühne heraus: "Die Erfahrungen, die ich in meiner Schulzeit machen konnte, sind von unschätzbarem Wert für mich." So habe er frühzeitig mit Publikum und Bühne in Kontakt treten können. "Das nimmt einem von vornherein viele Hemmungen und Ängste." Seine Leidenschaft für große Auftritte setzte sich auch nach dem Abitur fort und brachte ihn in ein noch beachtlicheres Rampenlicht.
Hees gehörte in der Rolle des Georg zur Premierenbesetzung der deutschsprachigen Erstaufführung von "Frühlings Erwachen" in Wien. Während dieser Zeit wurde das musikalische Multitalent auf die Ausschreibungen für die Essener Produktion aufmerksam und bewarb sich gleich für mehrere Rollen. "Der Auditionprozess dauerte ungewöhnlich lang, da neben choreographischen, schauspielerischen und gesanglichen Fähigkeiten auch besonders auf die perfekte Zusammensetzung der Bandformation der 'Crickets' Wert gelegt wurde", berichtet der gebürtige Kölner.
Für die Verkörperung des Buddy Holly, der am 2. Februar 1959 beim Absturz eines Sportflugzeugs im Alter von 22 Jahren ums Leben kam, sei vorteilhaft, in genau dem Alter zu sein, in dem Holly den Höhepunkt seiner Karriere erlebte. "Denn trotz seines Erfolgs behielt auch er immer eine gewisse kindliche Naivität", erläutert Hees seine Verbindung zu der amerikanischen Rock'n'Roll-Legende. Dass der Hauptdarsteller nicht nur tanzen, singen und schauspielern kann, sondern auch das Klavierspiel sowie Gitarre, Bass und Schlagzeug beherrscht, kann er gerade durch diese Verkörperung belegen. Hees will deutlich gemacht wissen, dass sein Dank neben der Schulleitung und den Lehrern, die ihm die Türen geöffnet haben, besonders seinen Eltern und seiner Schwester gebührt. Deren kritische Auseinandersetzung, unermüdliche Geduld und Unterstützung hätten ihn dorthin gebracht haben wo er heute ist.
Warum sollte man sich "Buddy Holly" seiner Meinung nach nicht entgehen lassen? "Das Musical ist das erste, dass es schafft, den Funken von der Bühne zum Zuschauer überspringen zu lassen und am Ende jeden einzelnen im Saal zum Mitsingen und Mittanzen zwingt." Man kann gespannt sein, was die Zukunft für ihn bereit hält. Festlegen will er sich zurzeit nicht. Er lasse alles auf sich zukommen und lege den Fokus auf den Moment.




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