"So sehen Sieger aus...", sangen die Spieler von Blau-Weiß Kerpen am Ende. Mit 6:5 nach Elfmeterschießen hatte der Landesligist den FV Bad Honnef im Finale um den Neesen-Cup geschlagen. Kerpens Torhüter Marcel Gierens deshalb gleich zum "Helden" zu machen, wäre sicherlich ein bisschen zu viel des Guten. Zwar hatte er wohl noch seine Finger am entscheidenden Elfer, der Ball hätte allerdings sehr wahrscheinlich auch ohne das Eingreifen des Torwarts seinen ungehinderten Weg in Nachbars Garten gefunden.
Das Finale war sicherlich nicht hochklassig, Gefahr vor den Toren entwickelte sich lange Zeit fast ausschließlich nach Standards. Oder nach Fehlern im Mittelfeld, die den Gegner zum Kontern einluden. Genau darin sah Kerpens Trainer Arno Hünninghaus auch ein Manko im Spiel seiner "Männer". Und in der fehlenden Präzision beim Spiel in die Spitze.
Die Kerpener Führung in der 27. Minute fiel nach einer Ecke. Neuzugang Alex Thiel - als Linksfuß für die meisten Standards zuständig - brachte den Ball dicht vor das Honnefer Tor wo Mittelstürmer Gürkan Sarhin mit dem Kopf zur Stelle war.
Nach der Pause wurde das Spiel vor allen Dingen bissiger. Viele "kleine Fouls" im Mittelfeld hemmten immer wieder den ohne hin nur sehr schleppenden Spielverlauf.
An dieser Stelle eine Randbemerkung: Die Akteure auf beiden Seiten müssen dringend noch einmal ein paar Stunden Schauspielunterricht nehmen. Lautes Schreien und wildes Herumwälzen nach seichtem Körperkontakt gehören nicht auf den Fußballplatz. Um so lächerlicher wirkt die (Show-)Einlage, wenn der gerade noch Schwerstverletzte Sekunden später aufsteht, für die Galerie noch zehn Meter humpelt, um dann im nächsten Augenblick den nächsten Sprint anzusetzen. Ganz groß in dieser Disziplin: Kerpens Nummer 10 Jan Winkler. Das ist nicht nur unsportlich, sondern macht auch den Unparteiischen das Leben unnötig schwer. Wer soll am Ende die "Schauspielerei" noch von wirklich ernsthafter Verletzung unterscheiden?
Zurück zum Spiel: Mit zunehmender Dauer erhöhte sich die Zahl der guten Torchancen auf beiden Seiten. Insbesondere Kerpens Kapitän Robert Ciolek hätte "den Sack" zweimal zumachen müssen. In der 60. Minute legte er einen Kopfball aus fünf Metern neben das Tor, kurz vor dem Schlusspfiff schob er den Ball freistehend an Honnefs Torwart Marco Horschel aber eben auch am Tor vorbei.
In der Zwischenzeit hatte der FV Bad Honnef ausgeglichen. Damit war ein Ergebnis hergestellt, das durchaus dem Spielverlauf entsprach, wenngleich Kerpen tatsächlich die klareren Torchancen hatte.
Bei neun von zehn Elfmetern hatten die beiden Torhüter keine Chance, nur einmal hatte Marcel Gierens seine Fingerspitzen am Ball - und das war entscheidend.
Das Spiel um Platz drei war eine klare Angelegenheit für den FC Brühl. Das Team aus der Mittelrheinliga ließ dem Landesligisten Merten beim 5:0 nicht den Hauch einer Chance.
| Spielplan | Neesen-Cup 2010 | ||
|---|---|---|---|
| Freitag, 23. Juli | 19 Uhr | Brühl - Quadrath-I.dorf | 8:0 |
| Samstag, 24. Juli | 17 Uhr | Bachem - Bad Honnef | 0:6 |
| Sonntag, 25. Juli | 15 Uhr | Erftstadt - Merten | 0:4 |
| Montag, 26. Juli | 19 Uhr | Kerpen - Frechen 20 | 4:0 |
| Dienstag, 27. Juli | 19 Uhr | Erftstadt - Quadrath-I.dorf | 4:1 |
| Mittwoch, 28. Juli | 19 Uhr | Brühl - Merten | 0:0 |
| Donnerstag, 29. Juli | 19 Uhr | Bad Honnef - Frechen 20 | 1:1 |
| Freitag, 30. Juli | 19 Uhr | Bachem - Kerpen | 4:5 |
| Samstag, 31. Juli | 17 Uhr | Brühl - Erftstadt | 4:1 |
| Sonntag, 1. August | 15 Uhr | Kerpen - Bad Honnef | 2:3 |
| Montag, 2. August | 19 Uhr | Merten - Quadrath-I.dorf | 6:0 |
| Dienstag, 3. August | 19 Uhr | Bachem - Frechen 20 | 2:2 |
| Mittwoch, 4. August | spielfrei | ||
| Donnerstag, 5. August | 19 Uhr | 1. Halbfinale: Brühl - Kerpen | 5:6 n.E. |
| Freitag, 6. August | 19 Uhr | 2. Halbfinale: Merten - Bad Honnef | 2:7 |
| Samstag, 7. August | spielfrei | ||
| Sonntag, 8. August | 15 Uhr | Spiel um Platz 3: Brühl - SSV Merten | 5:0 |
| 17 Uhr | Endspiel: Kerpen - Bad Honnef | 6:5 n.E. | |



