Stommeln. Dann ist es doch passiert. In den vergangenen
Spielzeiten hatte der VfR Stommeln 1928 meist erst im letzten
Augenblick den Abstieg in die Kreisliga C verhindern können.
Vor Jahresfrist wollten die Verantwortlichen eine Trendwende
einleiten und frühzeitiger als die Jahre zuvor die
nötigen Punkte einfahren. Allen Bemühungen zuwider stand
am Ende eine verkorkste Saison und der Gang in die Kreisliga C
musste angetreten werden.
"Die Hinrunde war keinesfalls schlecht. Es waren lediglich
drei Spiele die wir verdient verloren haben. In den restlichen
Spielen waren wir zeitweise sogar die bessere Mannschaft"
blickt Trainer Marc Scheidgen auf die abgelaufene Spielzeit. Der
lange Winter und die eingeschränkten
Trainingsmöglichkeiten haben dann in der Rückrunde ihre
Spuren hinterlassen. "Die Trainingsbedingungen waren nicht
optimal, weil wir lange in die Halle ausweichen mussten. In den
Spielen der Rückrunde haben wir die meisten Gegentore ab der
75. Minute bekommen. Zudem waren dann auch noch einige Spieler der
Meinung dass 80 bis 90 Prozent der Leistung ausreichen
würde."
Die konditionellen Defizite und den Schlendrian aus den Köpfen
zu bekommen, hier lag das Hauptaugenmerk in der Vorbereitung. Zwei
Wochen nur Laufeinheiten zeigten bereits ihre Wirkung. "Die
Ausdauer stimmt, konditionell konnten wir in den
Vorbereitungsspielen auch gegen Vereine aus höheren Klassen
mithalten. Und viel wichtiger: Die Leute ziehen mit!"
Auch wenn der Abstieg in den Augen des Übungsleiters kein
Ruhmesblatt war, bricht er eine Lanze für seine Jungs.
"Der Kader ist weitgehend zusammengeblieben. Das, was sie
letztes Jahr verbockt haben, wollen sie auch wieder richten. Ich
finde, das spricht für die Charakterstärke der
Mannschaft."
Das Gerüst der Mannschaft steht mit Torwart Thomas Westenberg,
den Routiniers Patrick Pawler, Stefan Thienen und Andreas
Ockenfels, sowie Daniel Domröse. Lediglich Christoph Breuer
legt berufsbedingt eine Pause ein.
Erfreulich aus Sicht des Vereins, dass zudem vier Spieler aus der
A-Jugend des VfR Stommeln schon in der abgelaufenen Saison
überzeugten. Timo Pfaff, Kevin Ley, Lucas Rudow und Marlon
Merges zeigten konstante Leistungen. Und mit Kevin Wacker steht der
nächste Newcomer bei Scheidgen auf dem Zettel, dem der Coach
den Sprung durchaus zutraut.
Trotz günstiger Voraussetzungen schwankt das Thema des
direkten Wiederaufstiegs zwischen Wunschdenken und harter
Realitätseinschätzung. Marc Scheidgen: "Wir
wollen das Team nicht unnötig unter Druck setzen.
Außerdem gehen vollmundige Ankündigungen schon mal nach
hinten los. Als Absteiger werden die anderen Teams es uns
sicherlich nicht leicht machen und gegen uns alles geben,
wahrscheinlich sogar mehr als 100 Prozent. Ich weiß aber, dass
wir ein spielstarkes Team haben, das sich auch in der letzten
Saison gegen die Teams aus dem oberen Bereich gut aus der
Affäre gezogen hat. Wir werden also eine gewisse Rolle
spielen. Können wir gute Leistungen abrufen, peilen wir die
oberen drei Plätze an."




