Pulheimer SC: Geordnete Verhältnisse

Stabilität hat beim Pulheimer SC oberste Priorität

von Holger Bienert

In einem sind sich die Verantwortlichen des Pulheimer SC 1924/57 einig: Mit seiner Historie gehört der Club einfach nicht in die Kreisliga B. Wurde noch vor einem Jahr vollmundig der direkte Wiederaufstieg in die oberste Kreisklasse als Saisonziel ausgegeben, werden nach Erreichen des fünften Platzes die Saisonziele für das kommende Jahr - offiziell zumindest - bescheidener formuliert.
"Vor der vergangenen Saison wurde die Mannschaft zu sehr unter Druck gesetzt. Dabei verlief die Vorbereitung keinesfalls rund und es wurde versäumt, wichtige Grundlagen für die Saison zu legen. Insgesamt kann man im Rückblick feststellen, dass wir gerade gegen die Mannschaften aus dem unteren Tabellenbereich den einen oder anderen Punkt haben liegen lassen." Gründe, aus denen das Trainergespann Thorsten Does und Jürgen Bendriss seinen Kader früher als andere Clubs zur Vorbereitung bat. Hauptziel ist das Einstudieren eines neuen Spielsystems mit einer Viererkette als Abwehrverband. Anleihen beim Modell Ajax Amsterdam sind offensichtlich. Alle Jugendmannschaften des Vereins trainieren das gleiche System. Im Mittelpunkt stehen aber primär die Senioren.
"Natürlich braucht das mehr Zeit. Grundlagen sind hier schnell geschaffen, aber für die Feinheiten rechnen wir mindestens bis zur Winterpause, wenn nicht sogar darüber hinaus. Entsprechende Rückschläge müssen wir berücksichtigen. Die Umstellung bietet aber eher eine langfristige Perspektive, schließlich wollen wir unsere jungen Spieler weiter entwickeln und ihnen im Verein eine Perspektive bieten." Ein wichtiges Nebenprodukt: Die Identifikation mit dem Club steigt. Ein Aspekt, der auch bei der Zusammenstellung des aktuellen Kaders eine wichtige Rolle spielte. Bei allen Neuzugängen handelt es sich um Rückkehrer, die gezielt vom Trainergespann angesprochen wurden. 70 Prozent des Kaders kennen also den Verein und die Trainer.
Der Wiederaufstieg ist demnach kein - aktuelles - Thema. Rückendeckung für den eingeschlagenen Kurs gibt es vom frisch bestellten Vorstand. "Für eine Trainerdiskussion wird es keinen Grund geben, schließlich hat der Vorstand die Trainer zu diesen Schritten ermutigt. Verein, Spieler und Trainer brauchen hier einen langen Atem", erklärt Vorstandsmitglied Konrad Does und ergänzt: "Ich persönlich hätte hier gerne Werder-Bremen-Verhältnisse."
Auch das Mannschaftsgerüst steht mit Torwart Stefan Vossel, Kevin Pontz und Jan Fußwinkel in der Abwehrzentrale, sowie Tim Fehrenbach und Erik Hansen im Mittelfeld. Im Sturm ist Sefko Handaric gesetzt.
"Wir wollen Stabilität und die kommende Saison einen Platz besser abschließen" so die offizielle Sprachregelung des Vereins und schiebt anderen Vereinen die Favoritenrolle zu. Neben Habbelrath ("Die haben richtig Geld ausgegeben") hat Bendriss zusätzlich Stotzheim und Weiden auf dem Zettel, wenn es um die oberen Plätze geht. "Platz vier ist ein realistisches Saisonziel." Springt am Ende der Saison mehr heraus als Platz vier, "dann nehmen wir es gerne mit," heißt es in Pulheim.

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