"Max und Moritz machten beide,
Als sie lebten, keine Freude:
Bildlich siehst du jetzt die Possen,
Die in Wirklichkeit verdrossen,
Mit behaglichem Gekicher,
Weil du selbst vor ihnen sicher.
Aber das bedenke stets:
Wie man's treibt, mein Kind, so
geht's."
(Wilhelm Busch, aus "Eine Bubengeschichte in sieben
Streichen")
Von Montserrat Manke
Wesseling. Das klingt verdächtig nach einem Bubenstreich: Erst war die Folie da, dann weg, dann wieder da. Aber alles schön der Reihe nach: Der Wesselinger Künstler Otto Scholtes hat im Auftrag von Anwohnern an der Wilhelm Busch Straße einen Stromkasten mit einem Motiv von Max und Moritz verschönert. Mittwoch klebte Scholtes die wetterfeste Folie auf den Kasten auf, und alle waren zufrieden.
Gestern in der Früh aber der große Schreck: Die Folie, sie war weg. Mit großer Sorgfalt hatten Unbekannte (Buben?) das Kunstwerk abgelöst und nicht ein klitzekleines Fitzelchen zurück gelassen.
"Eventuell", so Scholtes zur Redaktion, "wurde es den Dieben durch das Wetter leichter gemacht. Denn durch die feuchte Witterung hat der Kleber vielleicht nicht so geklebt, wie er sollte".
Wie auch immer: Die Auftraggeber waren ziemlich sauer und erstatteten Anzeige bei der Polizei und Scholtes versprach, auf eigene Kosten ein neues "Max und Moritz" Bild anzubringen. Im Gegenzug informierte der Maler die regionale Presse, die am Donnerstag darüber berichtete.
Ob sich da das schlechte Gewissen der Übeltäter geregt hat? Möglich! Fakt ist, dass heute morgen zwischen 9 und 9.30 Uhr irgendwer die Folie provisorisch mit Klebestreifen wieder angebracht hat. Also Ende gut - alles gut? Leider nein, denn die Folie ist nicht mehr zu gebrauchen, und die Anzeige bei der Polizei wegen Sachbeschädigung bleibt ebenfalls bestehen.






