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Fahren Sie vorsichtig!

Tipps und aktuelle Fahrberichte - exklusiv von Motorjournalist Werner Müller


Vorsicht Falle: Viele Autos sind zu breit für Autobahn-Baustellen

Die Polizei hat eine neue Einnahmequelle entdeckt: Sie fotografiert zu breite Autos in Baustellen und verschickt Bußgeldbescheide von 20 Euro. Das Problem: Viele Autofahrer kennen die effektive Breite ihres Autos nicht

Es klingt fast wie ein Schildbürgerstreich: An vielen Autobahn-Baustellen ist die linke Spur wegen der Enge auf eine Fahrzeugbreite von zwei Meter begrenzt. Das Schild auf der Hinweistafel vor der Baustelle hat sicher jeder schon einmal gesehen. Zwei Meter, so breit ist ja wohl kaum ein PKW. Doch die Polizei ist in jüngster Zeit darauf gekommen, dass viele moderne PKW selbst in der Dimension der Golf-Klasse in der Breite um einige Zentimeter über dem erlaubten Maß für die engen Baustellengassen liegen.

Wie das kommt? Nun, die Verkehrsvorschrift geht von der Gesamtbreite des Fahrzeugs aus. Also Fahrzeugbreite plus Außenspiegel. Da viele moderne Fahrzeuge im Laufe der letzten Jahre deutlich breiter geworden sind, übertreffen sie nun mit den teilweise sehr ausladenden Außenspiegeln die Gesamtbreite von zwei Metern mehr oder weniger deutlich.

Der Schildbürgerstreich besteht darin, dass die Fahrbahnbreite an Baustellen schon seit vielen Jahren auf maximal zwei Meter ausgelegt wird. Und das, obwohl die meisten Fahrzeuge inzwischen deutlich breiter wurden. Auch deshalb, weil der Gesetzgeber Seiten-Airbags und verstärkte Seitenflanken für eine bessere Sicherheit fordert. Und diese Technik muss ja irgendwo untergebracht werden. Auch der zweite Außenspiegel, der vor vielen Jahren Pflicht wurde, hat die effektive Fahrzeugbreite erhöht.

Doch statt die Fahrbahnbreite an den Baustellen an die breiteren Fahrzeuge anzupassen, verlegt sich die Polizei lieber auf das Abkassieren von ahnungslosen Autofahrern. Denn viele sind sich der effektiven Breite ihres Gefährts nicht bewusst. Ein Blick in den Fahrzeugschein oder die Zulassungspapiere zeigt unter Ziffer 19 die Fahrzeugbreite an. Doch dieser amtlich verordnete Wert informiert - und das ist der eigentliche Schildbürgerstreich - über die Fahrzeugbreite ohne Außenspiegel.

In Nordrhein-Westfalen haben die Verantwortlichen ein Einsehen und ändern die Fahrzeugspuren an Autobahnbaustellen und die entsprechenden Schilder auf 2,10 Meter Breite. Immerhin bleiben dort die Modelle der Kompaktklasse (Golf &Co), der Mittelklasse (etwa BMW 3er) und sogar die obere Mittelklasse (wie etwa die Mercedes E-Klasse) mit einer Fahrzeugbreite von etwa 2,02 bis 2,07 Meter bußgeldfrei.

Probleme selbst bei 2,10 Metern Breite bekommen aber die meisten SUV und Geländewagen. Audi Q7, BMW X5, der Mercedes ML oder der VW Touareg sind mit Spiegeln bis zu 2,20 Meter breit. Und sind wegen ihrer markanten Erscheinung von den Polizisten mit der Kamera gut als zu breite Verkehrssünder auszumachen.

Mein Tipp: In vielen Betriebsanleitungen findet man neben der Basis-Breite auch die Angabe über das Maß inklusive der Außenspiegel. Wer sicher gehen will, sollte einfach mal einen Zollstock durch die geöffneten Fenster halten und so die effektive Breite feststellen.


Noch ein Tipp: Wenn die Fahrzeugbreite im Fahrzeugschein plus 20 Zentimeter über zwei Meter hinausgeht, dann sollte man in Baustellenspuren mit maximal zwei Metern vorsichtig sein. Denn die großformatigen Außenspiegel sind zusammengerechnet je nach Modell zwischen 22 und 28 Zentimeter breit.

Noch besser: Einfach die oft kurzen Baustellen in der rechten LKW-Spur durchfahren. Eingeengt zwischen Brummis und den Betonabgrenzungen auf der linken Seite fühlen sich selbst routinierte Fahrer nicht besonders wohl.

Gutes Beispiel: An den Angaben zum neuen Ford Focus sieht man, um wie viele Zentimeter breiter ein modernes Fahrzeug mit Außenspiegel ist.
Letzte Änderung: Dienstag, 05.07.2011 12:04 Uhr

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