Bedburg (zi). Am Montag ging auf einmal alles sehr schnell. Selbst der Hausmeister des Schlosses war nicht informiert, dass der Abriss der Schlosskapelle beginnt. Nachdem alle Bemühungen gescheitert waren, die an das Schloss nachträglich angebaute Kapelle und die Ritterakademie noch einmal zu sanieren, hatte die Stadt Bedburg dem Eigentümer die Abrissgenehmigung erteilt.
Nachdem der Termin für das Unvermeidliche mehrfach verschoben und für Mittwoch dieser Woche angekündigt worden war, rückte der Baggerfahrer dem Gotteshaus zu Leibe. Innerhalb weniger Stunden glich das von dem Kirchenbaumeister Vinzenz Statz erbaute Kirchlein einem Trümmerhaufen. Mitarbeiter eines Unternehmens vom Niederrhein sind damit beschäftigt, aus den Trümmern noch Teile zu sichern, die sich weiter verwerten lassen, etwa für Restaurierungen alter Gebäude. Angeblich sollen die alten Ziegelsteine für 80 Cent pro Stück verkauft werden.
Die Bedburger Bürger werden sich daran gewöhnen müssen, dass die "gute Stube" ihrer Stadt - das Schloss - ein neues Aussehen erhält. Zwar bleibt die schmucke Rückseite zum Wassergraben unangetastet, doch die Front mit dem Eingangsbereich wird ihr Aussehen verändern. Für die nächsten Tage ist der Abriss der Ritterakademie geplant. Wann genau dies sein wird, steht noch nicht fest.
Der runde Turm, der Schloss und Ritterakademie trennt, soll erhalten bleiben. Wie zu erfahren war, sollen beide Gebäudeteile nicht miteinander verbunden sein, so dass ein problemloser Abriss möglich ist. Allerdings wird der Baggerführer mehr Geschick beweisen müssen als beim Abbruch der viel kleineren Kapelle: Dabei war nämlich der Turm des Kirchleins auf den Bagger gestürzt. Der Baggerfahrer blieb unverletzt.


