Rhein-Erft-Kreis (red). Wie entwickelt
sich das Rheinische Revier in den nächsten Jahren? Wie
müssen Faktoren wie Demografie oder veränderte
Ansprüche von Investoren berücksichtigt werden? Um
Antworten auf Fragen wie diese zu erarbeiten, hat RWE Power zu
einer Fachtagung auf Schloss Paffendorf eingeladen. Neben den
Landräten aus dem Rheinkreis-Neuss, dem Rhein-Erft-Kreis und
dem Kreis Düren diskutierten Vertreter der Kommunen aus dem
Rheinischen Revier mit Fachleuten aus den Bereichen
Bevölkerungs-, Stadt- und Wirtschaftsentwicklung sowie mit
Fachleuten aus dem Unternehmen. Ein wesentlicher Schwerpunkt war
der Umgang mit Flächen und Entwicklungen im ländlichen
Raum. Auch die demographische Entwicklung und deren Auswirkung auf
ländliche Bereiche wie die damit einhergehende Gestaltung von
Bergbaufolgelandschaften wurden in Vorträgen und Diskussionen
ausgiebig behandelt. "Wir werden weiterhin alle Anforderungen
an eine moderne Flächenentwicklung in partnerschaftlicher
Weise gemeinsam mit den Kommunen lösen", betonte Dr. Lars
Kulik, Leiter Braunkohleplanung und -genehmigung bei RWE Power.
Oliver Lühr von der Prognos AG in Düsseldorf stellte
heraus, dass "die Region das Potenzial hat, auf die
Herausforderungen der Zukunft zu reagieren". Notwendig
dafür seien zumindest drei Ansätze: eine offene
Innovationsorientierung der Wirtschaft, eine Ausrichtung der Region
auf ein nachhaltiges Wachstum sowie eine weitere, kooperative
Aktivierung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Akteure im
Rheinischen Revier. In diesem Bereich könne RWE weiterhin
einen wichtigen Part übernehmen: "Die Initiierung offener
Innovationsprozesse zu technologischen Fragen oder ein Wettbewerb
um nachhaltige Kooperationen in der Region sind Beispiele
dafür, wie sich Entwicklungsperspektiven des rheinischen
Braunkohlereviers aktivieren lassen", so Lühr.
Dr. Jürgen Friedrich von der Germany Trade and Invest hob
hervor, dass es europaweit einen immer enger werdenden Wettbewerb
der Regionen gibt, die sich um Investoren bemühen. Die Germany
Trade and Invest ist als eigenständige Gesellschaft für
Außenwirtschaft und Standortmarketing der Bundesrepublik im
Einsatz. In dieser Wettbewerbssituation sei es umso wichtiger,
interessante Gewerbestandorte mit einer gut ausgebauten
Infrastruktur zu entwickeln, die zudem klare
Alleinstellungsmerkmale aufweisen können. Dazu gehören
etwa Universitäten, Logistikdrehkreuze, Finanzierungskonzepte,
aber auch Standorte mit besonderen energiewirtschaftlichen
Vorteilen. "Die Investoren erwarten Professionalität,
klare Strategien und Kundenorientierung. Dazu gehört perfekter
Service, Schnelligkeit sowie fachliche Kompetenz", so
Friedrich. Und weiter: "Diese Voraussetzungen können nur
gelingen, wenn vor Ort alle Beteiligten gemeinsam ein Netzwerk
knüpfen, also Hand in Hand zusammenarbeiten".
Auch mit Blick auf diesen Anspruch zog Alois Herbst, Leiter
Liegenschaften und Umsiedlung bei RWE Power, für das Revier
eine positive Bilanz: "Seit gut zehn Jahren betreiben wir mit
den Kommunen erfolgreich Wirtschaftsförderung, um gemeinsam
mit der Braunkohle das Revier zu einem interessanten und
attraktiven Wohn- und Arbeitsumfeld zu machen." Die Erfolge
der letzten Jahre sind beachtlich: 1.500 bauwilligen Menschen
konnte ein passendes Grundstück zur Verfügung gestellt
werden. Neben RWE Power als größtem Arbeitgeber in der
Region haben sich etwa 100 weitere Firmen in den neu geschaffenen
Gewerbe- und Industriegebieten angesiedelt. Dadurch wurden
Folgeinvestitionen von etwa einer Milliarde Euro ausgelöst,
mehr als 3.500 Arbeitsplätze geschaffen. Als größte
ausländische Firmenansiedlung verwies Herbst auf das
Baumaschinen-Unternehmen Sany, das seinen Deutschland-Standort mit
600 Arbeitsplätzen im interkommunalen Industriegebiet
Bedburg/Bergheim gefunden hat.
Doch die Entwicklung geht weiter. "Wir werden die Gestaltung
künftiger Wohn- und Gewerbeflächen auf RWE-eigenen
Flächen auf die sich verändernden Ansprüche
abstimmen", so Lars Kulik. Energieeffizienz, umweltbewusstes
Bauen und Werthaltigkeit bei anstehenden Planungsprozessen von
Wohnungsbauflächen werden eine immer größere
Bedeutung erlangen. Im Bereich der Gewerbeflächenentwicklung
will RWE Power verstärkt auf interkommunale Zusammenarbeit
setzen, um so die Standortvorteile im direkten Umfeld der
Kraftwerke noch deutlicher herauszustellen. Ein Beispiel
hierfür ist das neue Gewächshausprojekt in Neurath. Hier
konnte die Nachbarschaft zum Kraftwerk mit der zur Verfügung
stehenden Fläche und der vorhandenen Infrastruktur ideal
kombiniert werden. "RWE Power will sich auch in Zukunft
für eine positive Entwicklung der Region engagieren - mit der
Braunkohle als starkem Partner für ein starkes Revier",
so Kulik.
Fachleute diskutieren Perspektiven im Revier
Zehn Jahre Zusammenarbeit zwischen Kommunen und RWE
Letzte Änderung: Donnerstag, 17.11.2011 09:51 Uhr
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