Von Montserrat Manke
Wesseling. 1800 Haushalte ohne Fernsehen, und noch mal gut 350 ohne Telefon und Internet: Weil heute Nacht ein Verteilerkasten der Unitymedia, dem regionalen Kabelbetreiber, mit Benzin übergossen worden und angesteckt worden sei, schauten und schauen immer noch viele Wesselinger seit heute früh in die sprichwörtliche Röhre, oder besser gesagt ins Nichts. Denn durch den Brand war der so genannte "Glasfaserübergabepunkt" komplett zerstört worden, wie Unitymedia Sprecherin Katrin Köster der Redaktion auf Anfrage mitteilte.
Die Polizei des Rhein-Erft-Kreises spricht davon, dass der nebenstehende Sperrmüll in Brand gesteckt worden war, so Polizeipressesprecher Anton Hamacheri. Der Brand griff auf die Gaststätte "Zum Blauen Garn" über, und Wirtin Olga Davidovic wurde nach gerade mal drei Stunden Schlaf aus dem Bett geklingelt: "Olga,es brennt bei Dir".
Die Wirtin raste sofort zu ihrem Lokal an der Ecke Keldenicher Staße/Im Blauen Garn, und dort sah sie schon die Feuerwehr und die Polizei. Der Schaden in der Kneipe ist nicht unerheblich: Die Herrentoilette ist in Mitleidenschaft gezogen worden, es stinkt erbärmlich nach Brand in der ganzen Kneipe und mindestens eine Woche wird hier niemand fröhlich am Tresen sitzen können. Doch Davidovic nimmt es mit Humor, "bei mir wurde auch schon dreimal eingebrochen", sagt die Gastwirtin, die seit acht Jahren ihr Ladenlokal hier hat.
Seit heute Nacht arbeiten die Techniker an der Wiederherstellung, so Köster. Für solche Fälle hat das Unternehmen "mobile Satelliteneinrichtungsgeräte". Diese sehen so aus wie ein Ü-Wagen vom Fernsehen, werden in der Nähe des zu reparierenden Verteilerkastens platziert und versorgen das Kabel via Satellit.
"Seit 9.15 Uhr haben wieder alle Haushalte Fernsehen", sagte Köster. Manchmal könne es aber passieren, dass nur ein Teil versorgt würde. Die Arbeiten an dem Kasten sollen heute Mittag abgeschlossen sein, dann sollen wieder alle Services funktionieren. Die Techniker vor Ort hingegen, die in mühsamer Arbeit die abgebrannten Kabel ersetzen und neu durchziehen müssen, meinten, vor 17 Uhr würde das nichts.
Gesamt waren 22 Feuerwehrleute unter Einsatzleitung von Hauptbrandmeister Ralf Kiel im Einsatz, acht Bewohner des Hauses mussten selbiges verlassen und wurden bis sie in ihre Wohnungen zurück konnten, betreut. Schon zwei Stunden vorher gab es einen Brand zu löschen, auch an der Keldenicher Straße: Eine Mülltonne brannte und war schnell abgelöscht.
Zeugen, die Hinweise zur Brandentstehung oder verdächtigen
Personen geben können, wenden sich bitte an das
Kriminalkommissariat 11, Telefon 02233-520.
















