Von Montserrat Manke
Wesseling. Um die deutsche Bäderlandschaft ist es nicht gut bestellt. Einer, der das ganz genau weiß, ist Peter Harzheim, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister e.V.: "In den letzten Jahren haben 1500 Bäder dicht gemacht", erklärt er auf Nachfrage der Presse beim Jahresempfang im Rheinforum.
Welcher Zeitraum genau die "letzten Jahre" sind, da wollte Harzheim sich nicht festlegen: "Ich bin da ein wenig vorsichtig", sagt der Vorsitzende des Vereins, dem etwa 4000 Schwimmmeisterinnen und -meister angeschlossen sind.
Woher das kommt, ist aber klar: "Hallenbäder waren, sind und werden immer ein Zuschussgeschäft bleiben. Und das kann man auch nicht am Geld festmachen". Da allerdings die Kommunen immer weniger Geld haben, machen eben immer mehr Bäder "dicht".
Aber was kann man tun, um diesen Trend entgegen zu wirken, und weiter die Grundbedürfnisse der Bürger sichern zu können? Schließlich sollen Kinder schwimmen lernen, und gerade für Ältere mit zum Beispiel Arthroseproblemen ist Schwimmen ein idealer Sport, und mal ganz abgesehen vom Schul- und Vereinsschwimmen, das sicher gestellt werden muss, ist der Erholungs- und Spaßfaktor im Schwimmbad nicht zu unterschätzen, auch wenn "wir eine lahme Gesellschaft" geworden seien, wie Harzheim sagt.
Das Bad der Zukunft müsse nach Ansicht des Vorsitzenden sowohl ein Spaß- und Freizeitbad als auch ein Schul- und Vereinsbad sein. Deshalb stand der Jahresempfang in Wesseling auch unter dem Motto "Bäder: Planen, bauen und betreiben" und zu dem Thema sprachen nach der Begrüßung durch Vize-Bürgermeister Bernd Pesch Bäderarchitekt Christoph Keinemann, Christoph Saunus, der Bädergutachten erstellt und zur Einstimmung einen anschaulichen Film mitgebracht hatte: Zur Melodie von "Spiel mir das Lied vom Tod" wurden wenig erbauliche Bilder von der deutschen Bäderlandschaft gezeigt.
Es sei jetzt "fünf vor zwölf" betonte Peter Harzheim in seiner Rede, und nach Ansicht des Fachverbandes müssten gemeinsame Perspektiven für das deutsche Badewesen erarbeitet, und diese letztendlich realistisch umgesetzt werden. Man müsse Antworten auf die Fragen, wie man ortsnahe Bäderlandschaften erhalten, alternative Betreibermodelle finden, aber auch Energieeffizienz und wirtschaftliche Betriebskonzepte umsetzen könne.
Außerdem sei es wichtig, das vorhandene Bäderpersonal zu qualifizieren. Denn die Anforderungen an die Betriebsleiter der Bäder hätten sich im Laufe der Zeit stark verändert, und würden zusätzlich zum fundierten Wissen um Bädertechnik auch Kenntnisse aus der Betriebs- und Personalwirtschaft sowie dem Marketing und der Serviceorientierung fordern.
Hinzu kämen kompetentes Führungsverhalten sowie
Verhandlungsgeschick gegenüber Gästen, Kunden, Gremien
und Mitarbeitern.
















