Wesseling. Fassungslosigkeit, ja ungläubiges Entsetzen löste der Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln am 3. März 2009 aus. Zwei Menschen kamen ums Leben, etwa 30 Regalkilometer an archivalisch bedeutsamen Akten und Dokumenten verschwanden in einem riesigen Erdloch. Bis dahin war das Stadtarchiv Kölns das bedeutendste städtische Archiv nördlich der Alpen. Was daraus wird, ist unsicher.
Doch nicht nur für die Stadt Köln war der Untergang des Archivs ein nicht zu ersetzender Verlust: Auch für die Geschichte der umliegenden ehemaligen Dörfer werden zahlreiche
Dokumente und Akten, wenn überhaupt, vermutlich erst in Jahrzehnten wieder verfügbar sein. Denn auch die Archivalien der zahlreichen Klöster und Stifte auf Kölner Boden, denen die meisten Dörfer gehörten, befanden sich im Kölner Stadtarchiv; erst nach dem zweiten Weltkrieg waren sie aus dem Hauptstaatsarchiv Düsseldorf nach Köln als Dauerleihgabe abgegeben worden.
So bedeutet der Untergang des Archivs auch für die Darstellung der Geschichte von Berzdorf, Keldenich, Urfeld und Wesseling (zunächst?) ein Ende seriöser Forschung. Von den ehemals reichhaltigen Beständen zur Geschichte unserer Stadt und der Ortsteile findet sich heute praktisch nichts mehr in den zur Zeit zur Verfügung stehenden Beständen.
Zum Glück konnte Wolfgang Drösser seine Arbeiten zur Geschichte Wesselings kurze Zeit vor dem Einsturz fertig stellen. Die wichtigsten Dokumente zur Geschichte unserer Stadt aus dem Kölner Archiv ließ er kopieren sowie fotografieren beziehunsgweise lichtete sie selbst ab.
Wenigstens in Kopien und mehr sind sie so noch erhalten. Einen kleinen Eindruck (etwa 50 Belege) davon will nun die vom Verein für Orts- und Heimatkunde initiierte Ausstellung "Untergegangene Archivalien (in Kopien) zur Geschichte Wesselings aus dem eingestürzten Historischen Archiv der Stadt Köln" vermitteln.
Sonntag, 22. April wird die Ausstellung um 15 Uhr in der MuseumsWerkstatt im Schwingeler Hof eröffnet. Bis zum 3. Juni bleibt sie geöffnet: Mittwoch, Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung.
Auch wenn die Originale verloren sind, so kann man in der
Ausstellung in Kopien zum Beispiel die ältesten in Wesseling
geschriebenen Briefe und den ältesten Pachtvertrag aus dem 13.
Jahrhundert, zahlreiche Flurbeschreibungen (Weinanbau in Wesseling
und Urfeld), aber auch Vorlagen der ältesten Wesselinger
Schöffensiegel und vieles mehr bewundern - Dokumente, die man
so nie wieder zu Gesicht bekommen wird.

















